• Sabine Weiskopf

Zeichen... auf dem Weg in die Erinnerung


Eine kleine Auszeit sollte es werden... zwei Tage... nur ich und ich... in Stille und Einsamkeit... sortieren... klar werden... Frieden finden.

Gelandet bin ich dann im Claudiaschlössl. Ganze vier Tage. Viel weiter weg, als geplant. Mit fünf anderen Frauen - so viel zum Wunsch nach Stille und Einsamkeit.

Soll ich Dir was sagen? Was Besseres hätte mir nicht passieren können. So was kann man nicht planen, vorhersehen oder wünschen. So was kann man bestenfalls werden lassen.

Noch nie, wirklich niemals, hab ich so viele wundervolle Zeichen in solcher Dichte bekommen.

Das ging schon los, bevor ich überhaupt da war. Wenige Tage vorher hatte ein Sturm gründlich aufgeräumt in der Gegend und unter anderem auch auf dem Gelände des Schlössl einen gewaltigen - wie sich herausstellte kranken - Baumriesen zu Fall gebracht. Von Rechts und Verstand und Windrichtung wegen hätte er richtig Schaden anrichten, womöglich sogar kostspielig Dächer zerstören müssen. Hat er aber nicht. Er hat sich einfach sanft an eine passende freie Stelle im Garten gelegt. Die erste kosmische Fügung.

Wir dürfen gehen lassen, für was die Zeit gekommen ist.

Weiter. Ich komme einigermaßen durcheinander dort an... die Ereignisse der letzten Monate beschäftigen mich mehr, als mir lieb ist... ich bin verwirrt... erschöpft... will mich zusammenrollen und schlafen. In der Küche hängt folgendes Zeichen:

‚In der Wahrheit stehen.

Mit dem Herzen hören.

Das Richtige tun.’

Ich fühle mich jetzt schon ermutigt... mein Herz kann ich ganz gut hören, ich schätze, das kriege ich hin. In der Wahrheit stehen... deswegen bin ich hier... meine Wahrheit (wieder) zu finden, und sei sie noch so unbequem. Wie’s scheint bin ich am rechten Ort zur rechten Zeit.

Wir werden durchs Haus geführt und ich wähle einen Schlafplatz. Das Zeichen an der Wand sehe ich erst, als ich mich später einrichte:

‚Alles

ist

eins.’

Hach... ich weiß. Ich brauchte die Erinnerung. Ich kann es wieder spüren. Auf unserer Wanderung am nächsten Tag ist es so... kein Baum, kein Mensch, kein Wesen begegnet mir zufällig... alle gehören wir zusammen, das eine gibt es ohne das andere gar nicht. Wir SIND eins.

Nur so kann ich die uralte Eiche wahrnehmen, die für mich am Wegesrand steht. Sie steht da ganz allein... unfassbar schön... leuchtend... aufrecht... strahlend. Ich hab das Gefühl, sie ist für das ganze Tal da... nur diese einzige Eiche. Irgendwann vor langer Zeit war sie mal eine winzige Eichel, die einfach lang genug durchgehalten hat. Gänsehaut.

Ich gehe hin und nehme Kontakt auf... lehne mich an, behutsam und voller Ehrfurcht. Noch bevor ich meine brennende Frage stellen kann, höre ich schon ihre Antwort: ‚Schau mich an. Ich steh hier ganz allein... und es geht mir gut. Ich strahle für alle anderen ringsumher mit... das allein ist meine Aufgabe. Ich bin. So einfach.’ So einfach. Tränen der Erleichterung.

Sie legt mir zwei Steine zu Füßen, einer hell und einer dunkel. Licht und Schatten. Das eine geht nicht ohne das andere. Ich nehme beide mit und werde sie in Ehren halten.

Und ich bin wieder da. Freude pur. Endlich.

Danke.

Inzwischen ist klar, wir werden ohne Heizung auskommen müssen, ohne Vorwarnung hat sich der Brenner verabschiedet. Es ist kalt, grad so was über Null, auf dem Weg hat es geschneit. Irgendwie fühlt sich das nicht an wie ein Problem. Wir vertrauen, daß alles so sein soll, wie es ist. Es ist ja eh, wie es ist.

Wir sitzen in unserer gemütlichen Küche ganz entspannt mit dem Hausherrn zusammen... reden... erzählen Dinge, die wir vorher noch nie geteilt haben... mit teilweise wildfremden Menschen... einfach so.

Wir begegnen uns, wir nur wir uns begegnen können... auf einer Ebene, so besonders, so tief, so... magisch. Wundervoll. Ich bin im Kern berührt... und von ganz tief innen heraus warm... von außen hilft heißer Ingwer-Tee. Wer braucht da schon Heizung. Kosmische Arrangements tun’s auch.

Am nächsten Morgen raffe ich mich auf zur Meditation im kühlen Wohnzimmer. Über dem Meditationsplatz hängt wieder ein Zeichen:

‚die

Zeit

ist

Jetzt’

Also gut, bitte, ich stelle mich der Kälte... jeden Moment wieder... Atemzug für Atemzug. Und lerne, daß ich hier wohl ewig sitzen könnte, ohne zu frieren. Von Augenblick zu Augenblick gelingt das ganz prächtig. So wie im übrigen Leben halt auch. Ich hab nur Jetzt. Und wieder Jetzt. Alles andere ist Illusion. Eine schöne Illusion, mag sein, aber Illusion.

Ich würd ja sogar das Jetzt hinterfragen... aber das ist eine andere Geschichte...

Im Lauf der vier Tage ergibt sich ganz ungezwungen das eine oder andere Thema. Wer mag, darf dran arbeiten... keine muss... alles ist möglich. Jede ist für sich selbst verantwortlich. Ich darf und kann mich dem Fließen hingeben... geschehen lassen. Ich bin einfach da. Das ist genug. SO schön.

Es gibt nicht wirklich Worte für das, was in diesen ZauberTagen passiert ist. Ich fühl mich, als würd ich grad erst sprechen und schreiben lernen und hätte noch keine Ahnung, was mit Sprache möglich ist.

Erfahren hab ich üppige, überschwengliche Fülle und Schönheit... felsenfestwohligweichen Halt unter Frauen... Lachen... Weinen... magische Momente... grenzenloses Vertrauen... Stille... Frieden, von ganz tief innen aus mir... Erinnerung... und Freude. Ganztiefzauberhafte Freude. Freude, die aus dem Innersten kommt und nie vergeht.

Und aus dieser Freude heraus Demut.

Im Meditationszimmer hängt ein Zeichen, das sich vielleicht dem nähert, was ich sagen will:

‚bin

Nichts in Allem.

im Himmel

grenzenlos.

Nicht Hier

noch Dort

nicht Zeit, nicht Raum.

Bedeutungslos.

Kein Wort

was dies beschreibt.’

Es gibt wirklich keine Worte. Danke muß reichen.

Aus einem Kartenset hab ich zu Beginn der vier Tage das hier gezogen:

‚Mitnehmen,

was kommt,

liegenlassen,

was fällt.’

Ein kleiner Hinweis der kosmischen Regie. Nur für den Fall, daß ich noch Zweifel hab. Und vielleicht den gefallenen Baum übersehen hab. Ich darf mich also hingeben... magisch. Und da ist sie wieder, die Freude. War sie jemals weg? Kann gar nicht sein.

MITNEHMEN, WAS KOMMT, LIEGENLASSEN, WAS FÄLLT.

Trau Dich.

die wüste elfe

alle ‚Zeichen’: Signs ® by Jwala Gamper

#freude #vertrauen #stille #demut #neuland

Meine Ausrichtung: Die Liebe.

Mein Weg: Die Wörter. Das Lachen. Die Ordnung.

Ich bin hier, um die Schönheit sichtbar zu machen.

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Sabine Weiskopf.

Eschenbach 404 . 91224 Pommelsbrunn

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