• Sabine Weiskopf

Welt aus den Fugen... und dann eine laue SommerNacht


O. Kay. So geht’s nicht weiter, find ich. Ich mach ja ohne Murren und Knurren echt viel mit, aber jetzt geht’s zu weit.

Wir Frauen, ja? (Einfach mal so... wenn schon denn schon... gleich alle... mir wurscht, ob Du Dich da grad findest oder nicht.) Wir Frauen sollen also:

:: studieren, wenn’s geht, denn wozu haben wir denn sonst die allgemeine Hochschulreife erworben.

:: eine coole VollzeitKarriere hinlegen, denn wozu haben wir denn sonst studiert, schon klar.

:: brav zu Hause bleiben und Mann und Haus und Garten und HundKatzeMaus und den ganzen restlichen Clan versorgen.

:: Kinder kriegen und natürlich selbst aufziehen, nicht von OmaOpa oder Krippe hüten lassen.

:: möglichst irgendwie wohltätig und ehrenamtlich (bitteschön) auffallen.

:: gesund und frisch kochen und bitte keinen FertigFraß auftischen.

:: waschenbügelnputzen stets mit einem Liedchen auf den Lippen (Doris Day irgendwer?).

:: immer perfekt gestylt daherkommen, dem Anlaß entsprechend, wenn’s sein muß dann eben drei mal am Tag umgezogen.

:: 24 Stunden am Tag 7 Tage die Woche für Gott und die Welt erreichbar sein (‚HAACH, ich MUSS Dir das schnell erzählen, Du ahnst es nicht’... ‚Ich komm nur auf einen Sprung vorbei, dauert nicht lang’... ‚WennDuMalZeitHastBitteJetztGleich könntest Du Dir das mal schnell durchlesen, sind nur 783 Seiten, muß ich morgen abgeben’... usw. etc. pp.).

:: immer hübsch alles abnicken, was irgendwer irgendwann von uns verlangt (wir haben ja Zeit, wir sind ja nur zu Hause mit den Kindern, und der HalbtagsJob ist ja um zwei zu Ende).

Und wenn wir das alles hingekriegt haben... alles gleichzeitig am Besten... und dann läuft’s mal nur einen Moment lang nicht so toll und wir wagen es, uns staatliche Unterstützung zu holen, dann sollen wir bitte auch noch nachts an der Tanke Schicht schieben oder irgendwann in den eh schon vollen Tag noch ein paar Stunden an der Kasse irgendwo reinquetschen. Alles andere läuft natürlich weiter. Schlafen müssen wir ja nicht unbedingt, da geht schon noch was.

UND die studienwillige Tochter soll zu ihrem Aushilfsjob bitte auch noch mit an die Tanke und was beitragen, denn Durchschnaufen nach dem Abi wird völlig überbewertet, braucht kein Mensch. Muß ich erwähnen, daß es null interessiert, daß sie ihre paar Kröten fürs Studium und den Umzug spart? Dacht ich mir.

Undundund dann bitte alles in einer kleineren Wohnung (Umzug zwischen TankeSchicht und SupermarktKasse locker aus der Hüfte), denn die jetzt grad ist ja viel zu teuer. Daß in einer kleineren Wohnung mein Arbeitsraum wegfällt und damit die Chance, wieder aus eigener Kraft auf die Füße zu kommen... ach, denk einfach selber zu Ende, ich mag nimmer.

Finde den Fehler.

Oh, und bezahlen tut uns eh keiner... für irgendwas... und wenn doch, dann eher nicht angemessen. Aber das hast Du schon geahnt, gell.

Versteh mich nicht falsch, das hat schon alles seinen Sinn... irgendwie. Alles ganz herrliche Spieglein an der Wand, in denen ich mich wiederfinden kann und dann aussortieren darf, was nicht meins ist... was nicht passt... was ich anders mach. Alles gut.

Und wenn ich dann vor jemandem sitze, der entweder keine Kinder hat oder nie selbständig war oder nicht verheiratet ist oder nicht geschieden oder alles zusammen und rechtfertigen soll, warum ich noch nicht alles hingeschmissen hab und mit Sack und Pack unter die nächste Brücke gezogen bin, um nicht zur Last zu fallen, dann... dann... uff... bleibt mir die Luft weg. Pf.

Falls Du irgendwas davon kennst: Du bist nicht allein. Hörst Du?

DU. BIST. NICHT. ALLEIN!

Ich kenn das alles... und mehr... ich hab’s ja noch. Und ich find jede einzelne Sekunde ganz wunderbar. Ganz im Ernst... hast schon richtig gelesen.

Weißt Du... ich bin eine Frau. Und ich steh dazu. War vielleicht nicht immer so, aber jetzt ist es so. Ich bin gern zu Hause für Mann und Kinder da. Ich koch gern, ich back SO gern, ich hör mir gern FreundeSorgen an, ich halt gern alles zusammen, und das mit dem Putzen find ich auch nicht so schlimm... meistens... egal. Und ja, ich lass mich gern beschützen.

Der Punkt ist: ich seh das alles als meine natürliche Aufgabe... KinderKücheKirche (ja, na gut, auch gern mal KekseKerzenKuscheldecke)... das Feuer hüten... Beeren sammeln (am liebsten auf Cupcakes oben drauf)... Neuigkeiten tauschen... da sein... Quelle sein... heilen.

Das braucht aber Zeit! Zeit... und Raum... und SeinDürfen.

Wenn ich als Mann verkleidet eine KarriereLeiter hochstolper... wenn ich mir mit drei verschiedenen Jobs die Nächte um die Ohren schlag, weil’s sonst nicht reicht... dann hat SeinDürfen keine Chance. Aber auch gar keine.

Eine Frau, die nicht sein darf, geht kaputt. Und mit ihr das Warme... das Miteinander... das Schöpfen... das Innige... das Fruchtbare... das Sinnliche... das Fließen... das MitFühlen... das Zyklische... das SeelenVolle. Und das nicht nur für diese eine Frau...

Mir geht’s auch nicht ums Geld. Wenn alles im Gleichgewicht ist, spielt das nämlich überhaupt keine Rolle.

Ich weiß ich brauch Geld... als Tauschmittel, um an Dinge zu kommen, die zum Überleben notwendig und zum Leben wichtig sind. Und ab dem Moment, wo ich als Frau Geld verdienen MUSS, weil wir sonst die Raten fürs Häusle nicht zahlen können, geht das ganze geniale Gefüge den Bach runter. Vielleicht nicht gleich auf der Stelle mit DonnerSchlag... aber irgendwann sicher... auf leisen Sohlen stiehlt sich das Weibliche davon.

Nur damit eins klar ist: ich liebe Geld. Ich verdien auch gern Geld. Sobald ich es muß ist es halt nicht mehr stimmig... nicht mehr in der Ordnung.

Und ich geh noch weiter... nicht nur in einer Ehe oder Partnerschaft. Ich mein überhaupt. Egal, ob ich jemanden hab oder nicht.

Oha. Ich hör sie schon...

Wie auch immer... belohnt werd ich ja trotzdem. Mit so wunderwundervollen Momenten wie neulich nachts auf dem Balkon... laue SommerNacht... ich auf dem Weg ins Bett... beide Töchter noch draußen im Schein einer einzigen Kerze... ich will nur schnell Gute Nacht sagen... und mag sie nicht stören in ihrem Gespräch über Gott (wörtlich) und die Welt... tief versunken in philosophische Fragen, auf die ich in dem Alter (15 und 18, zieh Dir das mal rein) im Traum nicht gekommen wär, geschweige denn mich getraut hätte, sie zu stellen... lebendig... neugierig... wach... und voller Staunen. Die zwei. Und ich auch.

Ich glaub, ich hab’s ganz gut hingekriegt mit den beiden... und fühl mich geehrt, daß ich auch was dazu sagen darf, wenn so junge, frische Geister sich vor meinen Augen als uralte Seelen entpuppen und ein Schwätzchen halten. Voller Wunder.

Unbezahlbar.

Solche Momente... die sind alles wert, was dazu nötig ist. Alles.

Jetzt erklär das mal der Tante vom Jobcenter. Ach je. Kein Vorwurf, ja... die macht auch nur ihren Job, und gar nicht schlecht. Was dahintersteht... das ist es, was so kaputt ist... so unglaublich verdreht und weitweit weg von irgendeiner natürlichen Ordnung, daß schon keiner und keine mehr wagt, ihre allertiefsten Sehnsüchte überhaupt zu kennen... geschweige denn, frei danach zu leben.

Das Schöne ist... ich weiß, es geht weiter... bisher ging’s ja auch immer weiter. So einfach.

Egal, ob um mich rum die Welt völlig aus den Fugen gerät oder die Welt aufatmet in ihr ureigenes Fließen hinein... ich kann mir trauen... dem trauen, was mein Körper spürt und mein Herz mir sagt... dem trauen, wohin mein Sehnen mich locken mag. In jedem Augenblick. Immer wieder jetzt.

Und irgendwann... ist eine Frau ganz eine Frau... und ein Mann ganz ein Mann... und alles ist einfach. So einfach.

Ganz sein.

Trau Dich.

die wüste elfe

Öhm... pauschal? Leichtganzleicht überdreht? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Jedenfalls überfällig. Musste jetzt einfach mal gesagt werden. Alles gut. Immer schön atmen.

#frau #ordnung

Meine Ausrichtung: Die Liebe.

Mein Weg: Die Wörter. Das Lachen. Die Ordnung.

Ich bin hier, um die Schönheit sichtbar zu machen.

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