• Sabine Weiskopf

Vom leonischen DrahtOpa und vom Spielen.


Lametta.

Echt leonisches Metall.

So steht’s auf dem himmelblauen Tütchen.

Vier Worte.

Nur vier.

Nicht mal ein Atemzug.

Und ich bin wieder ein Kind.

Mein Opa hat bei den Leonischen Drahtwerken gearbeitet.

Nürnberg.

Und gleich auf der anderen Straßenseite gewohnt.

Ich kenn das Gebäude.

Schon ewig.

Hab immer durchs Fenster rübergeschaut.

Und mich gewundert, was die da machen.

Warum man für so was Feines wie Draht so ein riesiges Haus braucht.

Drahtwerke.

Rätselhaft.

Geheimnisvoll.

Unergründlich.

Für mich als Kind.

Gefragt hab ich nie.

Fragen war nicht so meins.

Ist es bis heut nicht.

Also andere fragen.

Ich mich selber in mir drin kann mich Fragen fragen bis die Kühe heimkommen.

Und manchmal gibt’s sogar Antworten.

Egal.

Lametta.

Jedenfalls hat meine Oma immer gesagt ‚Wer fragt ist vielleicht fünf Minuten ein Narr, wer nicht fragt ist es sein ganzes Leben’.

Das ist hängengeblieben.

Seitdem frag ich mich öfter ob’s nicht gut wär einfach mal zu fragen.

Himmel.

Lametta jetzt!

Also.

Wenn ich das so les mit dem leonischen Metall, dann fällt mir alles wieder ein.

Ich erinner mich.

An WeihnachtsTage mit Schnee.

Früher war mehr, oder?

An Besuch von weit weg.

Ans Warten aufs ChristKind.

Und wie immer plötzlich Mama weg war.

Oder wir spazieren gehen mussten.

Dringend.

Und dann durften wir rein ins Wohnzimmer.

Und da war der Baum.

Und die Geschenke.

Auf magische Weise plötzlich da.

Ich erinner mich.

Wie wir, also mein kleiner Bruder und ich, immer gerätselt haben, warum man durchs Schlüsselloch so gar nichts sehen kann.

Geht doch sonst auch immer.

Wie’s immer Heringssalat gab und lauter komische Sachen, die’s sonst nie gab.

Wie ich irgendwann die ehrenvolle Aufgabe zugeteilt bekam, mich um den PlätzchenTeller zu kümmern.

Also jetzt nicht so.

Nein, nachfüllen und so.

Und wie ich ihn immer im Grunde statisch unmöglich hoch aufgehäuft hab.

Damit ich nicht immer wieder in den Keller laufen muss zu den PlätzchenDosen.

Wie ich gewissenhaft (ich war als Kind schon irgendwie verkorkst korrekt)(oder korrekt verkorkst) nie genascht hab beim Aufhäufen.

Außer vielleicht Butterzeug.

Das waren aber auch immer ganze Terrinen voll.

Muß man ja mengenmäßig irgendwie angleichen.

Alles hübsch ordentlich.

Ich erinner mich.

An den kleinen grünen KastenKaufladen.

Der auch immer wie ein Wunder gut bestückt plötzlich da stand.

An Tante Lina, die wir abgezockt haben, weil sie Knickebein einfach nicht wiederstehen konnte und gleich mal das Lager geräumt hat.

Für fünfzig Pfennige.

An die kleinen bunten NougatWürfel mit den Glücksmotiven.

Gibt’s die noch?

An SchokoKringel mit Zuckerperlen.

An uralte, steinharte MarzipanBrote.

An frische MarzipanKartoffeln.

An wie man im Laden sogar Licht machten konnte, weil der leonische DrahtOpa so was konnte.

Ich erinner mich.

Lametta hatten wir am Baum glaub ich nie.

Aber immer echte Kerzen.

Und einen Eimer Wasser oder Sand daneben.

Denn bei der Feuerwehr war er halt auch, der Opa.

Ich erinner mich.

An warm und aufgeregt und Freude und lang aufbleiben und früh dunkel und spielen und lachen und reden und einfach schön.

WeihnachtsAbend als Kind.

Und weißt Du was?

Es ist immer noch so.

Inzwischen halt mit meinen Töchtern.

Mutig ohne WasserEimer.

Traditionell mit Kerzen.

Lametta mal so, mal so.

Der Punkt ist: Warm und aufgeregt und Freude und lang aufbleiben und früh dunkel und spielen und lachen und reden und einfach schön, das ist immer noch da.

Diese KinderFreude.

So schön.

Einfach spielen.

Gilt übrigens fürs ganze Jahr.

Ich mein ja nur.

Jedenfalls.

Weihnachten als Kind.

Weißt Du noch?

Spielen.

Wieder werden wie die Kinder.

Nicht nur zu Weihnachten.

Trau Dich.

Sabine

Oh und.

Lametta von Manufactum.

Confekthalter aus guter alter Zeit.

#weihnachten #spielen #freude

Meine Ausrichtung: Die Liebe.

Mein Weg: Die Wörter. Das Lachen. Die Ordnung.

Ich bin hier, um die Schönheit sichtbar zu machen.

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