• Sabine Weiskopf

Vom Sterben und vom Leben. Oder Sabines AbschiedsFest.


Jetzt nicht erschrecken, ja.

Es geht mir gut.

Ich war wohl einfach auf zu vielen Beerdigungen in letzter Zeit.

Hab so einiges gesehen, was ich so nicht will.

Obwohl es dann irgendwie egal ist.

Bin ja nicht mehr dabei.

So richtig.

Trotzdem.

Bewegend in jeder Hinsicht.

Und naja.

Was soll ich sagen.

Ein Gespräch zur BestattungsVorsorge kann durchaus angenehm sein.

Auch im zarten Alter von 48.

Häkchen.

Ich hab also Ideen gesponnen.

Unter Aufsicht sozusagen.

Festgelegt.

Offene Fragen mitgenommen.

Aufsteigen lassen.

Höchst empfehlenswert das.

Mal drauf rumdenken, wie meine eigene TrauerFeier aussehen soll.

Macht mich sehen wie ich leben will.

Leben.

Jetzt.

Nicht irgendwann.

Heute.

So genial.

Jedenfalls.

Das hier ist es jetzt.

Änderungen vorbehalten.

Sogar wahrscheinlich.

Abschied und Trauer ganz lebendig.

Ein AbschiedsFest hätt ich gern.

TrauerFeier klingt so...

Irgendwie gefällt mir AbschiedsFest besser.

Ich fänd’s auch schön, wenn nicht alle in schwarz rumstehen.

Kommt wie’s euch gefällt.

Also wenn euch schwarz zumute ist, bitte.

Aber.

Weißt schon.

Egal was irgendwer sonst vielleicht denkt.

Nicht euer Problem.

Und meins schon gleich gar nicht.

Nehmt euch Zeit.

Ernsthaft.

Wir müssen den friedhöflichen Takt nicht hinnehmen.

Die Welt ist voller Möglichkeiten.

Wer was sagen möchte, nur zu.

Nur bitte keine LebensLaufLeier wie’s immer alle machen.

Bitte nicht.

Ihr müsst nicht mal einen TrauerRedner engagieren.

Oder vielleicht doch, damit jemand alles zusammenhält.

Ihr könntet das selber machen.

Zusammen.

Lest Gedichte vor.

Sucht euch die schönsten aus.

Rilke.

Yeats.

Fontane.

John O’Donohue.

To all the ships at sea.

So was.

Erinnert euch.

Erzählt einfach.

Ihr habt mich alle irgendwie gekannt.

Macht was draus.

Seid traurig.

Seid fröhlich.

Seid echt.

So weit, so gut.

Eine TrauerHalle will geschmückt sein.

Schlicht und einfach.

BitteBitte einfach.

Ein Foto von mir.

Eins auf dem ich lache, ja?

Dazu vielleicht so was in der Art:

‚So viel Lachen.

So viel Liebe.

Gottbefohlen.’

Kerzen.

Am liebsten Schwimmkerzen.

Weiß.

Wenn jeder eine anzündet und in eine Wasserschale legt, oh wie schön.

Keine Blumen oder Kränze oder Schleifen und so was.

Wenn’s unbedingt ein SargBouquet sein muß, dann bitte viel weiß, viel grün.

Aber.

Ich fänd’s so unfassbar viel schöner wenn ihr die Natur zu mir bringt.

Muß nicht mal was kosten.

Geht sammeln.

Was euch begegnet.

Blätter, Zweige, Gräser, Zapfen, so was.

Und mein Herz geht noch mal auf.

Legt sie mir auf den Sarg.

Der geflochten wie ein Korb dasteht.

Nur mal so.

Daß es so was gibt!

Bananenblätter fair trade.

Ein breites Grinsen und ein ganz klares JA.

Musik.

Ich werd das jetzt nicht erklären.

Wer mich kennt weiß eh.

Und am Ende ist es mein Fest.

Ha.

::: ‚Auld Lang Syne’. Zum Beispiel von Janet M. Christel.

Oder von Mairi Campbell.

Jedenfalls UN BE DINGT (!!!) mit der alten Melodie.

Nicht dieses NehmtAbschiedBrüderZeugs.

::: ‚Rebel Heart’ von The Corrs.

::: ‚The Parting Glass’ von Shaun Davey.

::: ‚The Rap’ von Secret Garden.

In dieser Reihenfolge.

Singt.

Tanzt.

Umarmt euch.

Schaut euch um.

Schaut euch an.

Fühlt euch frei.

Oh, und.

Ich freu mich wenn ihr einen Whisky auf mich trinkt.

‚The Parting Glass’ drängt sich da irgendwie auf.

Vielleicht müsst ihr den reinschmuggeln.

Keine Ahnung was so erlaubt ist.

Und das hier.

Das wär echt schön wenn das einer vortragen könnt.

Am liebsten natürlich genau so.

Englisch.

Ihr schafft das.

‚Beannacht’ von John O’Donohue.

On the day when

the weight deadens

on your shoulders

and you stumble,

may the clay dance

to balance you.

And when your eyes

freeze behind

the grey window

and the ghost of loss

gets in to you,

may a flock of colours,

indigo, red, green,

and azure blue

come to awaken in you

a meadow of delight.

When the canvas frays

in the currach of thought

and a stain of ocean

blackens beneath you,

may there come across the waters

a path of yellow moonlight

to bring you safely home.

May the nourishment of the earth be yours,

may the clarity of light be yours,

may the fluency of the ocean be yours,

may the protection of the ancestors be yours.

And so may a slow

wind work these words

of love around you,

an invisible cloak

to mind your life.

So schön.

Schön wär auch, wenn sich Menschen finden, die den Sarg hinaustragen.

Zum Fahrzeug begleiten.

Diskret durch die Hintertür war noch nie so meins.

Männer und/oder Frauen.

Ja, ich hör sie schon.

Traut euch.

Was war noch.

Das hier vielleicht auch als Traueranzeige?

‚So viel Lachen.

So viel Liebe.

Gottbefohlen.’

Dazu einfach Name, Daten, fertig.

Nur mal so als Vorschlag.

Vielleicht ist euch ja ganz anders zumute.

Dann.

FriedWald.

Oh ja.

Die Vorstellung, unter einer SteinPlatte zu liegen, raubt mir den Atem.

Nicht auf die gute Art.

Lieber brenn ich.

Die Urne dann wieder so schlicht wie’s nur geht.

Und eben FriedWald.

Am liebsten wär mir ja ein Fluß.

Aber das ist halt wieder nicht erlaubt.

Naja, wer weiß.

Kommt ja vielleicht noch.

Das hier ist es jetzt.

Das ist ein Fest, zu dem ich gern gehen mag.

Was bleibt ist Leben.

Jetzt.

Nicht irgendwann.

Heute.

Und Du auch, ja?

Leben.

Trau Dich.

Sabine

Oh und.

So festgehalten und vereinbart mit Bestattungen Burger in Fürth.

Oh ja.

Wenn schon, dann richtig.

Und.

Am Ende muß es für alle ein schönes Fest sein.

Nicht nur für mich.

Mir geht’s um das Lebendige.

Das Echte.

Das ZuMirPassende.

Macht was draus.

#abschied #liebe #herz #trauer

Meine Ausrichtung: Die Liebe.

Mein Weg: Die Wörter. Das Lachen. Die Ordnung.

Ich bin hier, um die Schönheit sichtbar zu machen.

KONTAKT

Sabine Weiskopf.

Mathildenstraße 21 . 90762 Fürth

du@die-wueste-elfe.de

© 2014: Sabine Weiskopf. Design & Umsetzung: Sandra Frick . www.fek-design.com