• Sabine Weiskopf

#600. Eine Annäherung.


Ich hab’s jetzt bestellt.

Nur daß Du’s weißt.

#600 steht auf der Schachtel.

Und auf der Flasche mit dem Spray auch noch mal.

#600.

Geheimnisvoll.

Und doch ganz klar.

Darüber will ich mich jetzt aber gar nicht verbreiten.

Kannst Du alles nachlesen.

Hier mag ich mich rantasten.

Spüren.

Beobachten.

Sein lassen was ist.

Also.

Tag 1.

Die Mail, daß das Päckchen unterwegs ist.

Mein Herz hüpft.

Ich freu mich wie auf meinen Liebsten am ersten Tag.

Der ganze Tag irgendwie heiter und beschwingt.

Und es ist ja noch nicht mal da!

Wo mag das hinführen.

Tag 2.

Der Paketbote war da.

Ich hab ausgepackt.

Hübsch gebettet liegt es im Karton, das Spray.

Der Spray?

Geht beides, oder?

Für mich das.

Jedenfalls.

Ich hab’s rausgenommen.

In der Hand gehalten.

Erst mal nur die Schachtel begutachtet.

So schön anzufassen.

Griffig.

Stimmig.

Einmalig.

Und sehrsehr schön.

Hell wird’s in mir.

Licht und weit und offen.

Ich hab die Flasche dann nur kurz rausgenommen.

Angeschaut.

Kontakt aufgenommen.

Und dann wieder zurück in die Schachtel.

So steht’s jetzt neben der Vase mit den PfingstRosen.

Am Abend Besuch meiner Töchter.

Wir haben’s ja immer schön zusammen.

Heiter.

Reden und lachen.

Und doch.

Dieses Mal war’s noch mal anders.

Zum Beispiel.

Der gute Connor hatte eine Zecke hinter dem Ohr.

Und wie sag ich das jetzt, wir alle drei würden uns Zecken eher nicht als Haustiere holen. Oder Spinnen. Freundlich ausgedrückt.

Da ist meistens der Große Graus im Spiel bei uns.

Ich wollt sie also wegmachen, die Zecke.

Bin da inzwischen schon ziemlich entspannt.

Nur irgendwie hat’s nicht geklappt.

Am Ende haben wir Witze gemacht.

Über Zecken.

Und Tränen gelacht.

Ich sag ja, es war anders.

Tag 3.

Jetzt dann doch mal die Flasche aus der Schachtel.

Und wieder an ihren Platz zu den PfingstRosen.

Der Tag ist beschwingt.

Ich singe.

So ganz für mich.

Und bei meiner Kundin am Nachmittag darf ich beim Kochen von HolunderSirup zur Hand gehen.

Schöner geht’s halt nicht mehr.

Zwei Frauen stehen in der Küche und köcheln und reden.

Und so ganz nebenbei passieren die wichtigen Dinge.

Neue Verbindungen knüpfen sich von ganz allein.

Neue Räume öffnen sich.

Fast unbemerkt.

Gehüllt in eine Wolke HolunderDuft.

Magisch.

Tag 4.

Jetzt kann ich dann halt doch nicht mehr warten.

Wozu auch.

Bevor ich aus dem Haus geh schenk ich mir ein Mal #600 aus der Flasche.

Innehalten mag ich.

Genießen.

Wie eine weiche Woge frischer Blüten senken sich zarte Tröpfchen auf mich.

Um mich.

In mich hinein.

Ein Lächeln breitet sich aus.

Weit über mich hinaus.

Auf dem Weg zur Kundin schauen mir kleine Kinder in die Augen.

Beugen sich aus ihren Wagen.

Schauen mir nach.

Kenn ich schon.

Ist aber in der Häufung jetzt schon auffällig.

Zur Abwechslung klappt mal das Umsteigen in die zweite UBahn ohne Warten.

So bin ich pünktlich, obwohl ich eigentlich zu spät dran war.

Einen Hauch zu spät komm ich dann doch noch.

Weil sich unterwegs ein kleiner Jack Russell vor mir aufbaut.

Mir direkt und unverwandt in die Augen schaut.

Nicht weiter will, obwohl das Frauchen doch sehr bittet.

Aber zuerst müssen wir uns anschauen.

Schnuppern.

Also der Hund jetzt.

Ich muß noch streicheln.

Dann erst darf ich weiter.

Der Rest des Tages schwingt einfach.

Leicht und heiter und fließend.

Viel erledigt.

Sehr viel sogar.

Und doch keine Hektik weit und und breit.

Kein JetztMussIchNochSchnell und kein atemloses Hecheln.

Hübsch eins ins andere.

Wie ein Puzzle, das sich irgendwie von selbst macht.

Ruhig ist es in mir.

Weich und sanft.

Bewegt, berührt sogar.

Zugleich so still.

So schön.

Tag 5.

Ich hülle mich wieder in #600.

Und wieder möcht ich einfach stehenbleiben.

Die Arme heben sich wie von selbst.

Alles auf Empfang.

Die Kommode, auf der die Flasche #600 steht, will jetzt umgeräumt werden.

Jetzt sofort.

Da stehen noch ein paar Sachen.

Und irgendwie passt das alles nicht mehr so.

Ich schieb hin und her.

Probier aus.

Und dann nehm ich ein Teil weg.

Das war’s.

Genau das.

Dieses eine Teil, es passt nicht mehr.

Mit Angst war’s verbunden.

Das seh ich jetzt.

Ganz offensichtlich kann Angst nicht sein wo #600 ist.

Das find ich jetzt mal sehr cool.

In aller Ruhe kann ich mich tatsächlich trennen von diesem Teil.

Nichts hält mich.

Es ist gut.

Es darf gehen.

Sehr befreiend.

Freiheit, die ein Danke im Gefolge mitbringt.

Und dann sind sie wahrhaft alle da.

Danke.

Liebe.

Freude.

Stille.

Friede.

Jetzt.

#600 eben.

So lass ich das jetzt mal stehen.

Mit einem umfassenden, nein umhüllenden Danke an Jwala und Karl.

Ihr zwei <3

Die Reise geht weiter.

Das Abenteuer #600.

Und ich mittendrin.

Ich freu mich so.

So sehr.

#600.

So schön.

die wüste elfe

#600 #schauraum #freude

Meine Ausrichtung: Die Liebe.

Mein Weg: Die Wörter. Das Lachen. Die Ordnung.

Ich bin hier, um die Schönheit sichtbar zu machen.

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