• Sabine Weiskopf

Von der elfe hautnah. Lang. Ohne Filter.


Sinnfreie Reihenfolge.

Keineswegs vollständig.

Einfach mal so.

Und.

Länger als sonst.

Ziemlich lang.

Sogar für meine Verhältnisse.

Ich sag’s nur.

Also.

Ich trink noch in der Küche den ersten Schluck Tee.

Bevor ich mich in Ruhe damit hinsetz.

Schwarzer Tee lauwarm geht gar nicht.

Ich kauf regional so viel es geht.

Immer Bio.

Immer.

Sogar meine Klamotten sind Bio.

Oder wenigstens Second Hand.

Oder schon ewig bei mir.

Echt jetzt, ich hab Teile, die hab ich schon 20 Jahre oder noch länger.

Und ich könnt mal neue Schuhe brauchen.

Bett übrigens auch.

Also Bio.

Wolke von Avalon sag ich nur.

Nur die Bettstatt, die ist noch Ikea.

Aber alt.

Und Betonung auf ‚noch’.

Ich träum von einem elfenBett.

Holz.

Äste, Zweige, Rinde.

Ein Hauch StoffHimmel vielleicht.

Leicht muß es daherkommen.

Zart.

Umhüllend.

Das bau ich mir noch.

Ich kann keine Pflanzen wegwerfen.

Auch wenn sie nur grad noch so am Leben sind.

Wäsche wasch ich fast immer mit Kastanien oder Efeu.

Ich trag gern Röcke und Kleider.

Ich ess vegan.

Und ich steh auf Sahne und Butter.

Und Sushi.

Überhaupt Fisch ab und zu.

Parmesan.

Pecorino.

BüffelMozzarella!

Streng vegan halt.

Ganz offensichtlich.

Ich mag’s nicht so biblisch streng.

Ich mag’s paradox.

Und Gott ist toll.

Ich lach so schrecklich gern.

Lachen ist wie Licht anknipsen.

Was ich nicht mag sind Schubladen und Stempel.

DualSeelen. VerschwörungsTheoretiker. Narzissten.

Alles so was.

Es steckt immer mehr dahinter.

Immer.

Immer eine Geschichte.

Immer ein Mensch.

Ich versteh einfach nicht, wie einer ‚raus in die Natur’ fahren kann.

Und sich vorher komplett mit Parfum einnebeln.

Oder sich dann dort ne Kippe anstecken.

Oder Radio hören.

Ehrlich, vielleicht kann mir das ja wer erklären.

Ich hab Hartz IV erlebt.

Nicht lustig.

Augenöffnend für was so läuft in der Welt.

Das ist auch so eine Geschichte, die mal erzählt werden muß.

Vor drei Jahren hab ich noch mal in meinem alten Kinderzimmer gehaust.

Mit Hund und einem Koffer Klamotten und einer Kiste Büro.

Neu begonnen hab ich dann erst mal mit PutzJobs.

Geht alles.

Noch nicht ganz die TellerwäscherMillionärStory.

I’ll do my very best.

Ich hab alles was ich brauch.

Das hab ich meinen Eltern zu verdanken.

Die mich ohne mit der Wimper zu zucken wieder aufgenommen und durchgefüttert haben.

Und ein paar wenigen anderen Menschen, die mich gehalten haben.

Aufgefangen.

Zusammengekratzt.

Aufgerichtet.

Unermüdlich.

Das hat mich gerettet.

Familie.

SeelenFamilie.

Wichtig.

Ich geb nicht so schnell auf.

Und wenn, dann ist es kein Aufgeben.

Es ist eine Entscheidung.

Ich wähle, etwas nicht länger zu bedienen.

Ich hab mich vielvielVIEL zu lang an Orten und mit Menschen aufgehalten, die mir nicht gut tun.

Schluß damit.

Ich könnt immer ausflippen wenn einer sagt ‚nimm Dir doch mal ne Auszeit’.

Schön.

Und wer zahlt dann meine Rechnungen bitte?

In den Schmonzetten ist es immer so, daß die Heldin einfach mal eben alles hinter sich lässt, nach Irland fliegt, dort eine völlig runtergekommene und viel zu große alte Bude kauft und die zum niedlichen Hotel an der Küste umbaut.

Höchst erfolgreich natürlich.

Und irgendwo steht dann auch noch ein kerniger Bursche bereit, der irgendwie nur auf sie gewartet hat.

Ich hätt nicht mal Geld fürs Ticket grad.

Was läuft hier schief, das frag ich mich dann immer.

Und kann doch meistens drüber lachen.

Was für ein schräger Trip.

Ich hab Mäuse hier am grünen elfenHof.

Und ich freu mich drüber.

Sehr possierliche Gesellen.

Natürlich nur draußen.

Das haben wir besprochen, die Mäuse und ich.

Ja, ich red mit Tieren.

Mit Pflanzen auch.

Deswegen kann ich die auch nicht wegwerfen.

Ich tanz so gern.

Hach.

Die Schritte lernen.

Üben.

Schweben.

Das Schönste.

Tango Argentino fürcht ich fast so sehr wie ich ihn herbeisehne.

Ganz oben auf der Liste.

Ich war zwei Mal verheiratet.

Ob ich das noch mal will, das weiß ich grad noch nicht so ganz.

Aber ich weiß, mich gibt’s nur ganz oder gar nicht.

Allein sein möcht ich nicht für immer.

Ich vermiss den Tanz.

(Da. Schon wieder.)

BegleitSchutz.

Ich geh nämlich nicht gern allein aus.

Aber ich geh gern aus.

Vor allem vermiss ich die Polarität.

Die Haare sind übrigens echt.

Ja, so was fragen die Leute manchmal.

Farbe.

Locken.

Alles.

Und vor ein paar Jahren waren die noch raspelkurz.

Alles an mir ist echt.

Aufrichtig.

Das zu halten ist stete Herausforderung in dieser Welt.

Fängt schon bei der Wäsche an.

Echt jetzt.

Überall Pölsterchen und Kissen eingenäht.

Bitte nicht.

Ich mag mich.

Meistens.

Das war ein langer, harter Weg.

Ist es noch.

Bei Johnny Cash und June Carter ‚Far Side Banks of Jordan’ heul ich.

So ziemlich fast jedes Mal.

Lässt sich nur abwenden, indem ich mitsing.

Ob das jetzt besser ist weiß ich halt auch nicht.

Ich liebe ‚Ausgerechnet Alaska’.

Serie aus den 90ern.

Lief damals völlig zu Unrecht im Spätprogramm.

Und ich bin trotz VideoRecorder (!) oft aufgeblieben.

Hab’s jetzt komplett auf DVD.

SeelenFutter pur.

Bin auch sehr empfänglich für Kunst und Poesie.

In jeder Form.

Musik. Oper. Pocket Opera! Jason Mraz. Willy Astor. Irisch. Goisern.

Rilke. John O’Donohue. Yeats. Fontane. Storm. Poetry Slam. Robert Burns.

Gainsborough. Turner. Caspar David Friedrich. Monet. Tiepolo.

Das alles nicht zwingend als Exponat im Museum.

Am liebsten mittendrin.

Im Alltag berührt.

Als Kind wollt ich Archäologin werden.

Das war der Plan.

Daher heimlich spät am Abend noch ‚Götter, Gräber und Gelehrte’.

Daher großes Latinum.

Ferne Länder.

Großer Hut und kleines Pinselchen und der große, ungeahnte Schatz.

Das war der Plan.

Ist nie was draus geworden.

Stattdessen Übersetzerin.

English, stating the ovious.

Und, leider ziemlich verschüttet, Italienisch.

Aber es reicht zum Verstehen.

Und vor allem zum Mitsingen, Gente di mare und so.

Immerhin versteh ich noch was ich da sing.

Das mit dem Übersetzen war also auch nie.

Aber jetzt.

Jetzt macht das trotzdem alles Sinn.

Roter Faden - Häkchen.

Immer mal wieder hab ich’s mit Schmerzen zu tun.

Ich hab gelernt, das als gutes Zeichen zu nehmen.

Als willkommene Heilung.

Der Blickwinkel verändert alles.

Und ja, da seh ich immer wieder AugenRollen.

Läuft aber.

Manchmal bin ich einfach so müde.

Die ganze Welt so grausam.

Die Menschen so unachtsam miteinander.

Und ja, manchmal macht mich das weinen.

Kennst Du ‚Liebe braucht keine Ferien’?

Wenn Iris nach der Weihnachtsfeier im Büro nach Hause kommt.

Und kaum ist die Tür zu hinter ihr hört man sie nur noch weinen.

Kommt mir bekannt vor.

Dann möcht ich weg von hier.

Weit weg.

(Irland?)

Zugleich weiß ich in jeder einzelnen Zelle:

Hier, mittendrin, bin ich richtig.

Manchmal sitz ich morgens auf meinem hübschen MeditationsKissen und heul einfach nur.

Weiß dann nicht immer so genau, warum.

Aber.

Ich sitz da jeden Morgen.

Immer.

Ich weine nicht um die Jahre, die ich verschlafen hab.

Verstehe, daß auch das seinen Sinn hat.

Dornröschenmäßig.

Für die wache Liebe brenn ich.

Aufwecken will ich.

Behutsam den Blick weiten.

Sacht das Herz öffnen.

Für was noch alles möglich ist.

Und vielleicht will ich das grad deswegen so sehr.

Weil ich so lang geschlafen hab.

Für mich will ich das.

Und immer auch für Dich.

Ich spür, ich weiß einfach, wenn einer sich selber belügt.

Und es macht mich schier wahnsinnig.

Meine eigene Lüge, die immer mal wieder ihr gräßliches Haupt erhebt:

So tun als wär alles bestens wenn’s mir eigentlich gar nicht gut geht.

Und das ist sicher nicht die einzige.

Ich übe.

Ich find übrigens Greta hat Recht.

I want you to panic.

Man müsst ja meinen, ich wär dann jetzt mal ausgeschlafen.

Aber.

Wenn mich die Muse küsst, dann ist das leider manchmal spät am Abend.

Mehr so nächtens.

Nicht nur aber auch deswegen bin ich manchmal müde.

#künstlerprobleme.

Künstler.

Das ist auch so was.

Ich hör das seit Jahren, nein, ich kann sagen seit Jahrzehnten.

Ich wär eine Künstlerin.

Hab still bei mir immer gedacht was wollen die alle.

Aber so ganz allmählich versteh ich.

Beäuge mich selber.

Immer mißtrauisch.

Mich wie ich bin.

Mich mit was ich tu.

Künstlerin.

Stimmt schon irgendwie.

Zugleich spür ich, es geht weit darüber hinaus.

Das macht mich dankbar demütig.

Und hin und wieder bleib ich stecken damit.

Dann fühl ich mich völlig verloren.

Nichts wert.

Nirgends zugehörig.

Bei Clarissa Pinkola Estés steht zu lesen, sinngemäß:

Künstler sind eine Verbindung zwischen Himmel und Erde.

Zuhause im Dazwischen.

So betrachtet weiß ich dann doch wo ich hingehör.

Und naja, ich übe.

Ich hab eine irre Sehnsucht nach dem Meer.

Irgendwie dauernd.

War viel zu lang nicht da.

Ja, genau.

Ich war seit so vielen Jahren nicht im Urlaub.

Nie Geld dafür.

Immer von der Hand in den Mund.

Das letzte Mal war vor fast fünf Jahren ein Wochenende.

Das wird jetzt anders.

Körperlich anstrengend, siehe PutzJobs, kann ich nicht mehr wirklich.

Die Nachfrage ist ungebrochen irre.

(Siehe oben Hartz IV, es gibt nämlich kaum jemanden, der das richtig gut macht, ich sag ja ich muß das mal erzählen.)

Und ich sag immer nein.

Geht nicht mehr.

Das macht Lücken im Kalender.

Wandel in Aktion.

Mal wieder.

Beängstigend.

Beglückend.

Befreiend.

Und?

Ich übe.

Ich träum auch von einem Hexenhäuschen am See.

Klein.

Garten.

Bootssteg zum Füße baumeln lassen.

Und fürs Boot natürlich.

Füße im Gras und Hände in die Erde und Holzfeuer.

Das will ich.

Manchmal hab ich das Gefühl ich bin unsichtbar.

Hat mich früher immer verwirrt.

Inzwischen ist es mir egal.

Wer mich sehen soll und will, der sieht mich.

Dafür ich seh ich halt auch Sachen, die andere nicht sehen.

Meine Tage haben Farben.

Ich hör Bäume.

Ich riech Stimmungen.

Alles so was.

Macht’s jetzt nicht unbedingt leichter.

Aber so viel reicher.

Hier.

Hier ist mein Reichtum.

Das seh ich wohl.

So schön.

In mir ist eine Ruhe, so groß und weit.

Frieden.

Tief.

Unerschütterlich.

Ich weiß ziemlich genau, wie ich mich fühlen mag.

Jeden Tag erinner ich mich.

Jeden Tag sorg ich dafür.

Jeder Tag ist ein guter Tag.

So einfach ist das.

Denn alles, was ich hier so schreib, ist gar nicht wichtig.

Am Ende ist alles unfassbar einfach.

Ich könnt stundenlang so weiter.

Was ich sagen will:

Muse und elfe hin oder her, ich bin ein Mensch.

Mit Schwächen und Treffern und Wünschen und Bedürfnissen.

Auf meinem schrägen Weg.

Genau wie alle anderen auch.

Genau wie Du.

Aus dem ganzen Auftritt hier das Beste machen.

Aus diesem einen Leben.

Ich weiß, wie’s geht.

Ich tu es jeden Tag.

Es ist berührend einfach.

Und genau so lass ich das jetzt stehen.

Vielleicht küsst Dich ja was.

Inspiriert Dich.

Das wär dann ganz wunderbar.

Einfach.

Trau Dich.

Sabine

Oh, und.

Jedem, der jetzt im Kämmerlein vor sich hin tönt was das hier für ne EgoNummer sein soll, mag ich erwidern:

Was genau suchst Du eigentlich hier?

Und.

Lies genau.

Ich mein ja nur.

#amgrünenelfenhof #liebe #frieden #sabine

Meine Ausrichtung: Die Liebe.

Mein Weg: Die Wörter. Das Lachen. Die Ordnung.

Ich bin hier, um die Schönheit sichtbar zu machen.

KONTAKT

die wüste elfe.

Sabine Weiskopf . Mathildenstraße 21 . 90762 Fürth

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