• Sabine Weiskopf

Von der müden Muse und vom OstfriesenTee.


Die Muse ist müde.

Weltmüde.

Viel von DemDaDraußen kommt bei mir heftig an.

Ich übe.

Ich lerne.

Ich halte meine Grenze.

Ich halt sie klar und weich.

Vor allem halte ich das Licht.

Oft, meistens, gelingt es.

Wundervoll wohlige Stille klingt in diesem Raum.

Frieden.

Tiefe Freude.

Dennoch.

Zugleich.

Paradox.

Manchmal.

Ich mag nicht mehr.

Nicht mehr zuständig sein für wer was wie versteht.

Oder nicht versteht.

Nicht mehr üben, genau die rechten Worte zu treffen.

Damit irgendwer versteht.

Für Mißverständnisse allein gradstehen.

Hier noch eine Kleinigkeit beachten.

Da mich anders verhalten.

Dort noch kümmern.

Ich bin müde.

Müde von einem System, in dem ich mich oft so fremd fühl.

Fehl am Platz.

Falscher Planet zur falschen Zeit.

Keine Ahnung, wo ich da abgebogen bin.

Warum ist so viel so kompliziert.

Es könnt so einfach sein.

Es IST einfach.

Immer.

Jeden Tag.

Kapiert das denn keiner?

Müde von einem WeltGefüge, das so unschätzbar kostbare Zeit als Mutter (jetzt nur als Beispiel) nicht aufwiegt.

Müde von einem WeltGefüge, das in keinster Weise mein Wirken unterstützt.

Das Wirken derer, die ‚anders’ sind.

Der künstlerisch durchgeknallten Spiris.

Ich hab inzwischen ja immerhin selber verstanden, was das wert ist.

Was ich wert bin.

DASS ich was wert bin.

(Himmel, was für ein Weg.)

Nicht immer lustig.

Macht aber nix, jetzt zählt.

Alles gut.

Ich bin müde.

Hab jetzt locker 25 Jahre irgendwie immer für die anderen.

Wahrscheinlich sogar viel länger.

Männer.

Kinder.

(Mädels, ihr lest das hier, ich hätt NICHTS anders gewollt.

Bis zum Mond und wieder zurück und so.

Ihr seid die Besten!)

Alles kein Ding.

Wollt ich ja so.

Und es war genau richtig.

Und jetzt.

Jetzt komm ich mal zuerst.

Einfach weil.

Leben ist immer jetzt.

Was weiß denn ich ob’s ein morgen gibt.

Heut wär’s gut, den Tag zu einem guten Tag zu machen.

Am Abend in den Spiegel schauen und Ja sagen können.

War heut aufrecht?

Ja.

War heut Freude?

Ja.

War heut Liebe?

JA.

Ich bin müde.

Fühl ich mich deswegen als Opfer?

Wenn nur die anderen anders wären und so?

Schon lang nicht mehr.

Ich geh mit was ist.

Punkt.

Ich bin müde.

(Kann’s nicht mal richtig schreiben grad.

Vertippt von büde über mübe zu üse.

Ein Zeichen, ein Zeichen.)

Mag mich nicht mehr vom Leben beugen lassen.

Egal ob freiwillig oder unfreiwillig.

Erheben will ich mich.

Endlich.

Es ist Zeit.

Ich erhebe mich ins Leben.

Jetzt.

Kommst Du mit?

Dann sind wir schon zwei.

So schön.

Was das jetzt mit OstfriesenTee zu tun hat?

Überhaupt nix.

Aber der war halt auch noch.

So schön im SchauRaum.

Mit Kluntje und Sahne und alles wie’s muß.

OstfriesenTee ist im Grunde eine AchtsamkeitsÜbung.

Mach das mal.

Kluntje in die Tasse.

Langsam Tee drauf und lauschen wie der Zucker knistert.

Sahne über den Löffel reinlaufen lassen und auf die Wölkchen warten.

So schön.

Und keine Ausreden falls Du eher Kaffee trinkst.

Dann hör hin bei jedem Löffelchen Zucker.

Nimm den Duft wahr bevor Du trinkst.

Nimm Dir Momente.

Jedenfalls.

Natürlich fragst Du nach Rezepten.

So gern.

Hier also die FriesenKekse.

Mit Tee im Teig.

Die haben dann quasi keinen im Tee, aber den Tee gleich im Teig.

Oder so.

So geht’s.

Du brauchst:

250 g Butter

3 EL OstfriesenTee lose (oder anderen richtig kräftigen schwarzen Tee)

100 g Puderzucker

1 Prise Salz

300 g Mehl

1-2 EL Sahne

1 Eigelb

1-2 EL Zucker

Mehl zum Ausrollen

Erst mal Butter und Teeblätter in einem Topf langsam zergehen und dann 15 Minuten ziehen lassen. Flüssige Butter durch ein feines Sieb gießen, die Teeblätter können dann weg. Teebutter fest werden lassen.

Puderzucker sieben. Mit Teebutter und Salz cremig schlagen. Mehl drüber sieben, Sahne nach Gefühl dazu (vielleicht brauchst Du gar keine, vielleicht auch 3 EL) und alles mit den Knethaken des Handmixers und dann mit den Händen zu einem schön glatten Teig kneten. Den Teig eingewickelt ungefähr eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Ofen auf 180 Grad, Umluft 160 Grad vorheizen.

Teig in zwei bis drei Portionen teilen und auf bemehlter Arbeitsfläche nacheinander ungefähr 4mm dick ausrollen. Eher dicker als dünner. Mit einem runden Ausstecher, Durchmesser so 5 cm, und meiner hatte einen gewellten Rand, Kekse ausstechen und auf mit Backpapier ausgelegte Bleche legen. Abstand kann ruhig eher klein sein.

Eigelb und 1 EL Wasser verquirlen. Die Kekse damit bepinseln und mit etwas Zucker bestreuen.

Backzeit ungefähr 8 Minuten. Schau einfach, wenn sie oben schön gelb sind, dann sind sie gut. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Aufheben am besten in einer Blechdose die gut schließt. Immer mal wieder öffnen und schnuppern!

So genial.

Und so einfach.

Das Rezept war irgendwann mal im Brigitte PlätzchenHeft zu Weihnachten. Also so ähnlich halt. Hat sich dann entwickelt.

Und weil’s hier keine coole Überleitung gibt, einfach noch mal zurück zur müden Muse.

Backen geht immer, egal wie müde ich bin.

(Ha, doch Überleitung.)

Das Schöne ist ja, auch die müde Muse kann immer noch alles geben.

Muse sein heißt da sein.

Einfach nur da sein.

Anwesenheit.

Präsenz.

Und halt Tee kochen.

Eh mein Liebstes.

Das geht auch weltmüde.

Nicht grenzenlos, schon klar.

Aber läuft.

Und auch hier ist tiefe Freude.

Zum Arbeiten brauch ich gar nichts.

Nur mich.

Ich kann überall hin.

Ich kann überall arbeiten.

Denn ich bin ja dann auf jeden Fall da.

Muß mich auch nicht extra einpacken dafür.

So wunderbar einfach.

Sehr fein das.

Mag ich.

Also.

Jetzt.

Ich erhebe mich ins Leben.

Komm mit.

Trau Dich.

die wüste elfe

#muse #achtsamkeit #freude #rezept

Meine Ausrichtung: Die Liebe.

Mein Weg: Die Wörter. Das Lachen. Die Ordnung.

Ich bin hier, um die Schönheit sichtbar zu machen.

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