• Sabine Weiskopf

Vom Abschließen und vom feinen Frieden.


So.

Jetzt geht‘s halt echt zu Ende.

Das letzte Mal Tür auf zum SchauRaum – Häkchen.

Wird‘s in der Form nie mehr geben.

Ich hab vorher schon begonnen mit dem Neuen.

Hier ein bißchen.

Da mal was.

Übers Wochenende schon dort wohnen.

Alles so was.

Hab mich dann letztes Mal leis gewundert.

Warum spür ich es nicht so ganz richtig.

Warum seh ich Manches nicht, was ich sonst klar sehen könnt.

Kleiderschrank zum Beispiel.

Keine Ahnung wie ich das lösen soll.

Kleine Zimmer und ein paar Spezialitäten in dem uralten Gemäuer.

Klassisch Kleiderschrank läuft da nicht.

LüftungsTürchen in der Wand zwischen Wohnzimmer und Schlafgemach.

Zum Beispiel.

Mitten in der Wand, eine oben, die andere schräg versetzt unten.

Damit die warme Luft vom Holzofen aus dem Wohnzimmer

zirkulieren kann zum Schlafzimmer hin.

Macht voll genial Sinn natürlich.

Die hatten‘s schon drauf, die Altvorderen.

Macht aber auch Schrank stellen ziemlich unmöglich.

Außer ich steh auf beheizte Klamotten und Schlafen im Kühlraum.


Jedenfalls.

Heut merk ich, es ist ein NOCH nicht.

Weil es das hier noch braucht.

Den Abschied vom SchauRaum.


Hab ich gemacht an diesem letzten Tag neulich.

Alles aufgeräumt.

Anders verstaut als sonst, ein bißchen Lager ist ja noch.

Aber schon vorbereitet zum Packen.

Sämtliche Preisschilder und all das weggeworfen.

Ganz ruhig.

Ganz langsam.

Und sehr dankbar.

Kerze an.

Whisky eingeschenkt.

Den Tag zu Ende gehen lassen.


Alles gut.

Aber der Staub, der legt sich erst jetzt.

Das kann man nicht machen.

Es geschieht.

In seiner Zeit.


Und jetzt.

Jetzt ist es gut.


Ich bin noch ein paar Wochen hier.

Am grünen elfenHof.

(Werd ich nun auch nicht mehr oft schreiben.

Wenn hashtags sterben.)

Aber im Herzen bin ich jetzt schon mehr dort.

Beim Neuen.

Im Neuen.


Und schau an, plötzlich kommen die Ideen.

Kleiderschrank.

Ich weiß wie‘s gehen könnt.

Bin jetzt ungeduldig.

Will ausprobieren vor Ort.

Hufe scharren.

Ich bin drin.


Richtig abschließen ist so wichtig.

Ordnungsmäßig.

Sonst geht‘s nicht wirklich weiter.

Das wär – mal wieder – so das Lörning hier.


Ganz egal was es ist.

Vielleicht auch bei Dir grad.

Neues Zuhause.

Neue Liebe.

Neue Arbeit.

Mach ein gutes Ende mit was war.


Schließ ab.

Gscheit.

Soll jetzt nicht heißen mit Karacho die Tür zu.

Außer halt doch.

Könnt ja sein.

Nein, aber nimm Dir einen Moment.

Schau was gut war.

Atme.

Sag Danke.

Auch wenn‘s nur still für Dich ist.

Und dann erlaub dem Raum, der da war, sich zu schließen.

In seiner Zeit.


Könnt sein wenn Du das machst kommt noch so dies und das daher.

Kleinigkeiten, die aufgeräumt sein wollen.

Ausgemistet.

Geklärt.

Das gehört dazu.

Das ist der Staub, der sich legt.

Und irgendwann ist es dann einfach gut.


Die Rose im Bild.

Das ist ein alter Vorhang.

Stoff, den ich beim Umziehen gefunden hab in einem Biedermeier Patentsekretär.

Oh yes.

Wunderschön.

Manchmal gibt‘s halt auch Schätze zu heben auf dem Weg.

Während sich unauffällig der Staub legt.

Eigentlich immer.


Und weißt Du was?

Wir schließen alle grad ab.

Jeder einzelne.

Ob‘s uns passt oder nicht.

Kollektiv, alle zusammen, gehen wir in eine neue Ära.

Wir leben Zeitgeschichte.

Wir erleben Wandel.

Wir gestalten das Neue.

Was grad läuft, diese weltweite KrönungsZeremonie.

Das wird später in den Geschichtsbüchern stehen.

Falls es so was dann überhaupt noch gibt.


Ich find halt es wär schon schlau, wenn wir auch gut abschließen würden.

Und wenn Du jetzt sagst wie bitte was mit was soll ich denn abschließen ich hab ja keine Ahnung und ist doch alles gut.

Macht nix.

Nur bitte lehn Dich nicht zurück.

Warte nicht, daß irgendwann schon alles wieder wird wie‘s war.

Wird‘s nämlich nicht.

Ich weiß, kaputte Schallplatte, aber egal.

So wie‘s war, so wird‘s nie mehr.


Also lass uns abschließen.

Atmen.

Das Neue in die Hand nehmen.

Können wir nämlich.

Dürfen wir.

Müssen wir sogar.

Find ich.

Was für eine Gelegenheit.

Du und ich mittendrin.

Was für eine Ehre auch.


Wenn wir jetzt gut aufräumen.

Ordnung machen.

Alles lassen was so eh schon lang nicht mehr geht.

Dann stellt sich Frieden ein.

Tiefer, feiner, wacher Frieden.

Für immer.

Das wär‘s, oder?


Weißt Du was noch?

Es ist verblüffend einfach.

Ordnung ist das ganze Leben.

Einmal klar ausgerichtet geht das nie mehr verloren.

So schön.


Abschließen.

Fang jetzt damit an.

Trau Dich.


Sabine

Meine Ausrichtung: Die Liebe.

Mein Weg: Die Wörter. Das Lachen. Die Ordnung.

Ich bin hier, um die Schönheit sichtbar zu machen.

KONTAKT

Sabine Weiskopf.

Eschenbach 404 . 91224 Pommelsbrunn

du@die-wueste-elfe.de

© 2014: Sabine Weiskopf. Design & Umsetzung: Sandra Frick . www.fek-design.com

Mittendrin.